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Gefahrstoffunfall in Nortmoor

Großeinsatz nach Unfall in einem Speditionsunternehmen


Im Gewerbegebiet Nortmoor (Samtgemeinde Jümme) ist es am Freitagvormittag zu einem Zwischenfall mit einem 1000 Liter Fass Salpetersäure gekommen. Das Fass schlug Leck und löste damit einen Großeinsatz der Feuerwehr aus.





Nortmoor - Bei Verladearbeiten in der Halle eines Speditionsunternehmen im Gewerbegebiet Nortmoor wurde am Freitagvormittag ein Behälter mit Gefahrstoff beschädigt. In dem Fass waren rund 1000 Liter Salpetersäure gelagert. Sofort entstand in der Halle eine giftige Wolke. Alle Mitarbeiter konnten das Gebäude noch rechtzeitig verlassen. Die Feuerwehren aus Nortmoor, Detern-Stickhausen-Velde, Filsum und Lammertsfehn wurden alarmiert. Zeitgleich erfolgte auch der Alarm für den Gefahrgutzug der Leeraner Kreisfeuerwehr. Die Ortsfeuerwehren sperrten den Bereich rund um die Halle weiträumig ab und räumten umliegende Gebäude.

Der kurze Zeit später eintreffende Gefahrgutzug ging mit speziellen Chemikalien Schutzanzügen, kurz CSA, zur ersten Erkundung in die Halle vor. Die Unfallstelle wurde in Augenschein genommen und eine Probe der Flüssigkeit gezogen. Rund die Hälfte des Fassinhaltes waren bereits ausgelaufen und auf dem Boden der Halle verteilt. Die Einsatzkräfte konnten das Leck provisorisch abdichten. Die Messungen bestätigten die Vermutung, dass es sich bei der Flüssigkeit um Salpetersäure handelt. Der direkte Kontakt mit dieser gefährlichen Chemikalie ist hoch Giftig. Bereits das Einatmen geringer Mengen der Dämpfe kann zu schweren Gesundheitsschäden insbesondere der Atemorgane führen. Die giftige Wirkung der Dämpfe wird zudem noch verstärkt wenn die Säure in Kontakt mit metallischen Materialen kommt und dann reagiert. Alle Arbeiten in direkten Gefahrenbereich wurde deswegen ausschließlich unter CSA und alle Arbeiten im Umfeld der Halle nur unter schwerem Atemschutz durchgeführt.

Auf der Hallenrückseite war die Säure bereits aus der Halle über eine Verladerampe gelaufen und drohte in die Kanalisation zu gelangen. Die Feuerwehr wirkte dem mit dem Bau eines Erdwalls entgegen. In der Halle wurde die ausgelaufene Säure mit einem speziellen Sauger aufgesaugt und in ein Gefahrstoffbehälter gepumpt.

Da die Arbeit in einem Chemikalienschutzanzug besonders anstrengend ist können die Trupps nur maximal 20 Minuten eingesetzt werden. Aufgrund der Kontamination der Anzüge mit der Salpetersäure können diese nur ein einziges Mal genutzt werden. Weitere Schutzanzüge und weiteres Personal wurde nachgefordert. Die Einsatzkräfte bekamen Unterstützung von den Feuerwehren aus Leer und Weener, sowie von der Gefahrgutgruppe aus Emden. Zur Versorgung der Einsatzkräfte wurde der Fachzug Logistik alarmiert. In Bereitschaft standen auch Sanitäter der SEG Florian.

Im weiteren Verlauf ist geplant auch noch den Restinhalt des Fasses auszupumpen und danach alle kontaminierten Paletten und Stückgüter, die in der Halle mit der Säure in Berührung gekommen sind zu Bergen. Der Einsatz wird voraussichtlich noch bis in den Abend andauern. Zur Zeit sind etwa 85 Einsatzkräfte der Feuerwehren vor Ort im Einsatz. Zur Koordination und Dokumentation des gesamten Einsatzes war auch die Technische Einsatzleitung (TEL) der Kreisfeuerwehr an der Einsatzstelle.

Nachtrag von 20:55 Uhr:
Wie bereits berichtet waren am Freitag diverse Feuerwehren und Spezialeinheiten der Kreisfeuerwehr Leer im Gewerbegebiet in Nortmoor im Einsatz, nachdem in einer Halle ein Fass mit 1000 Liter Salpetersäure ausgelaufen war.

Bei Veröffentlichung der letzten Meldung von 16:45 Uhr waren die Kräfte noch damit beschäftigt die ausgelaufene Säure aus der Halle zu saugen.

Am frühen Abend waren diese Arbeiten abgeschlossen, auch die Bergung der restlichen Salpetersäure aus dem Leckgeschlagenen Fass war abgeschlossen. Die Einsatzkräfte hatten dann begonnen die Paletten anderer Stückgüter, welche über Stunden in der Salpetersäure standen, aus der Halle zu bergen. Diese wurden unter einem Abdach ins Freie auf einer Folie abgestellt. Eine Spezialfirma muss nun die Entsorgung bzw. die Aufarbeitung der Paletten durchführen.

In der Halle gingen die Arbeiten aber unter schwerem Atemschutz weiter. Die Einsatzkräfte konnten aber inzwischen auf eine leichte Schutzanzugvariante umsteigen, da nur noch minimale Reste der Säure in der Halle vorhanden waren. Diese Reste wurden mit einem speziellen Chemikalienbinder abgestreut und dann abgefegt. Die Reste wurden dann zur Entsorgung in speziellen Behältern gesammelt.

Nachtrag von 23:15 Uhr:
Nach mehr als 11 Stunden konnte der Einsatz gegen 22:30 Uhr beendet werden.

Bericht von Dominik Janßen